Über Urlaub mit Kita-Eltern, Ostereier aussaugen und die Vorteile von Grippe

Veröffentlicht von leitmedium am

(Fast) jeden Montag schreibt @leitmedium seine Gedanken zur letzten Woche mit und ohne Familie.

Kita-Urlaub

In leicht vorwurfsvollem Ton kommt eine Mail der Kitaeltern, dass das mit der Sommerreise wegen zu geringem Interesse ja nun wohl leider nicht geklappt habe. Dabei hätte es so schön werden können! Na, vielleicht nächstes Jahr wieder?! Ich atme leise aus und bin froh, nicht mehr „Ach… leider passt das zeitlich nicht – wir wären so gern gekommen – wie schade!“, stammeln zu müssen. Mir ist immer noch unklar, wie man überhaupt auf die Idee kommt, in den Ferien mit anderen Kitaeltern (und -kindern!) gemeinsam in den Urlaub zu fahren. Ist das ein Kita-Stockholm-Syndrom? Macht man dann da auch Morgenkreis und wer erst nach 9:30 Uhr erscheint, darf nicht mit auf den Spielplatz? Ich werde es wohl nie erfahren.

Ostereier

Dabei sind die nächsten Ferien hier schon wieder nah und damit auch Ostern. Das führt zu den rituellen „Geben Sie ihren Kindern bitte ausgeblasene Eier mit“-Nachrichten aus Kita und Schule. So langsam nimmt das Überhand und ich frage mich, wie viele Eier wir eigentlich ausblasen und verarbeiten sollen, wenn der Babysohn auch noch in eine Kita geht. Und was machen die da eigentlich immer mit den Eiern? Sind wir die einzigen Eltern, die so blöd sind, jedes Jahr welche mitzugeben oder werden die gehortet und weiterverkauft? Gibt es eine heimliche ausgeblasene Eier Schattenindustrie? Jedenfalls gab es einen ersten vor-osterlichen Nervenzusammenbruch der Kinder im Supermarkt, als sie nur braune Eier vorfanden. Weil, zu Ostern müssen die natürlich weiß sein, das ginge ja sonst alles gar nicht. Die einzige weiße Packung war aber eine aus einer Legebatterie aus Fukushima oder so. Ja, ob sie die nicht nehmen könnten? Klar, können sie, das sei ja ihre Entscheidung, aber sie sollten sich der Fairness halber mal vorstellen, wie es sich so lebt in einem Käfig. Kurz finden die Kinder das mit Bioökotralala zum Kotzen, reißen sich dann aber wieder zusammen und nehmen mit sichtbarer Verstimmung braune Eier. Zur Erklärung google ich später, dass in Deutschland zur Zeit braune Eier beliebter sind, weil sie gesünder wirkten, weil wir alle Marketingopfer sind. Die Weißen werden daher eher verarbeitet. Nur zu Ostern sei das andersrum und da käme dann alles durcheinander und alle sind verwirrt.

„Unhöflich. müde.“ – dieser Zettel lag letztens kommentarlos auf meinem Schreibtisch. Die Kinder wussten angeblich von nichts. Wie soll ich das interpretieren?

Eier aussaugen

Aber die Geschichte löst auch noch nicht das Problem, dass die Eier eben auch ausgeblasen werden müssen. fraumierau vermeldet, sie habe auf Pinterest in einem DIY gesehen, dass man die Eier mit einem Staubsauger ausblasen könne! Ich frage, ob man die dann wirklich ausblase oder eben doch eher aussauge, was ihrem kurzen strengen Blick nach eine ziemlich blöde Frage war. Mein Hinweis, dass mein Versuch, den verstopften Abfluss mit dem Staubsauger auszusaugen mir bis heute nachgetragen wird, und damit vielleicht kein gutes Omen für das osterliche Aussaugen von Eiern sei, wurde mit „Du verstehst das einfach nicht“ abgewiesen.

What?

Vielleicht lag es auch einfach an der Vorgeschichte des Tages. Als ich nach Hause kam, fand ich im Flur etwas überraschend einen offenbar benutzten Schwangerschaftstest und er zeigte wirklich viele Streifen. Ich überlegte noch, ob ich einfach kurz in Ohnmacht fallen soll, als ich zaghaft fragte, was das dann jetzt zu bedeuten habe. Ach, ich solle ihn mal wieder weglegen, es sei der Alte aus der Erinnerungskiste und es seien irgendwie Motten drangewesen. Statt Ohnmacht entschied ich mich für spontane Übelkeit. Wie jetzt, im Flur liegt ein Jahre alter vollgepullerter Schwangerschaftstest mit Motten dran? Jaja, sie hätten die Erinnerungskisten durchgesehen und da seien eben ein paar Motten gewesen. Nichts Wildes! Die Babykleidung mit den Motten hätten sie einfach auf den Balkon gelegt. Und das sei auch alles sehr lustig gewesen, weil der Babysohn hätte gedacht, die getrocknete Plazenta im Glas sei Müsli und wollte sie essen. Haha! Ich erinnere mich, dass das Glas lange Zeit in der Küche auf dem Schrank stand, bis eines Tages ein Verwandter es zum Würzen nehmen wollte, weil er dachte, es seien Trüffel. Ich weiß noch, wie ich damals überlegt hatte, wo ich im Leben eigentlich falsch abgebogen bin, dass ich mir für so eine Situation eine Ausrede ausdenken muss. Aber nachdem mir der selbe Verwandte in seinem Haus den Pool im Keller zeigte und  berichtete, dass in dem Wasser schon vor Jahren seine mittlerweile verstorbene Frau gebadet hätte, wusste ich, dass wohl jede Familie ihre Art Plazenta im Glas hat.

Grippe und Familienbett

Und dann war ich auch noch unsensibel. Weil fraumierau meinte, sie fühle sich wirklich nicht gut hätte jetzt mit Sicherheit die Grippe. Ich habe nämlich am Vortag im Auto eine Sendung über die Grippe gehört und nun fühle sie sich ganz schlecht. Bestimmt hätte sie sich im Radio angesteckt und werde jetzt sterben. Ach, das wäre ja auch ganz praktisch, weil dann sei endlich wieder mehr Platz im Familienbett, wendete ich ein. Als wir damals das 2,80m breite Bett bauten, dachte wir ja noch, das sei Bettplatz bis ans Lebensende. Aber seitdem wir nachts von den Kindern jeweils an die Wand gedrängelt werden und uns quasi telefonisch gute Nacht wünschen müssen, wissen wir: Es gibt nie genug Platz im Bett.

Und alls jetzt wieder die Frage nach Sex und Familienbett kommt: Wurde hier bereits beantwortet, Ihr Spießer.

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Kategorien: Montagspost

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12 Kommentare

Anne Lil · 19. März 2018 um 23:40

Und nun, aus der allseits beliebten Kategorie „ungefragte Tipps von Mitlesenden“ ein ungefragter Tipp: ich bin auf weiße Plastikeier umgestiegen, da billig und robust, gut zu bekleben und mit Aufhänger schon dran. Aber: iih, Plastik und das Bemalen geht nicht so gut mit Filzstiften und Wasserfarben. Allerdings wird das Plastik aber auch oft wiederverwendet, also wirklich lange. Da müsste man jetzt überlegen ob die Kunstwerke so lange leben sollen oder lieber nicht…

Gisela · 20. März 2018 um 5:45

… und was machen vegan lebende eltern zu ostern? ihren tierbefreiten kindern ausgepusteten ei-ersatz aus maniokmehl mitgeben?

Sina · 20. März 2018 um 7:56

Ich frage mich ja bei der Staubsauger-Eier-Idee wer der Dödel ist, der am Ende das rohe Eierinnenleben wieder aus dem Gerät entfernt…das stinkt doch bestimmt ganz nett so nach ein paar Wochen?

Ein super Blog, der hier richtiggehend meine Woche strukturiert! Immer Dienstag morgens kommt meine Lach- Entspannungs-Auszeit 🙂

Christian · 20. März 2018 um 9:02

gemeinsamer Kitaurlaub? *ungläubiges Kopfschütteln*

Julia · 20. März 2018 um 9:30

Letztes Jahr hat unsere verfressene Hündin alle von mir liebevollst ausgeblasenen und von meiner Großen liebevollst bemalten Eier geknackt, weil sie noch Essbares drin vermutet hat… stell Dir das Geschrei vor!!!

Ich mag Deinen Blog übrigens sehr! Danke!!

Turtle · 20. März 2018 um 10:48

Warum müssen die Eier ausgeblasen sein? Da wo ich herkomme, werden die Eier einfach seeeeeehr lange gekocht. Die sind dann nicht mehr essbar, aber das Innere wird irgendwann ein harter Klumpen, der dann lustig im Ei klappert.

NochEinGlasWein · 20. März 2018 um 12:52

Echt? Sommereise mit anderen Eltern und deren Blagen? Wo man doch eh zuwenig Urlaub hat? Das haben Sie sich ausgedacht, bestimmt

Anna · 20. März 2018 um 17:20

Wie immer— der Tag war gerettet nach diesem Beitrag. (Bin als Mutter & Lehrerin ja quasi doppelt geschädigt.)
Jetzt aber schnell in die Küche: die kleine Conni will Ostergras säen…

· 20. März 2018 um 18:33

Mit dem Pariboy-Inhalator-Kompressor-Ding lassen sich die Eier wunderbar auspusten…;-)

Ina · 20. März 2018 um 18:57

Hier gibt es ganz viele weisse Eier, es werden nämlich keine Eier gefärbt und nur ganz wenig ausgeblasen Eier angemalt. Hier macht man bunte Federn an die Zweige påskeris heißt das.
Wir haben übrigens ein 1,40m Familienbett ,es schläft aber nur noch ein Zwerg bei uns u.sie ist der ruhigsten Schläfer denn ich kenne,ganz anders wie die anderen 3 vorher??,da wär’s nie mit nur 1,40m gegangen.

LG aus Norwegen
Ina

http://www.mitkindinrucksack.de

Unsere Lieblinks der Woche • Edition ELTERN · 30. März 2018 um 16:01

[…] Susanne Mierau und „Geborgen Wachsen“ kennt Ihr bestimmt alle. Aber wußtet Ihr, dass auch ihr Mann unter „Vierpluseins“ einen herrlichen Blick mit Augenzwinkern aufs Familienleben verbloggt? Diese Woche darüber, wie Susanne denkt, sie muss an Grippe sterben und Herr Mierau sofort daran denkt, dass dann wieder mehr Platz im Famili… […]

12 von 12 im Mai 2018 - vier plus eins · 12. Mai 2018 um 22:55

[…] es frische Landeier gibt. Ich staune, wie unterschiedlich doch eigentlich Eier aussehen. Zu Ostern hatte ich darüber gerade filosofiert (haha, die „f“s tun weh, wa? […]

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