Über unfreiwilliges Magic Cleaning, Elmo, nicht enden wollende Kinderwitze und verfassungsfeindliches Bastelzeug

Veröffentlicht von leitmedium am

(Fast) jeden Montag schreibt @leitmedium seine Gedanken zur letzten Woche mit und ohne Familie.

Als Vorbereitung auf die Urlaubszeit habe ich mich mal in anderen Elternlogs umgesehen, wie man das so vorbereitet und denke folgendes Best Of kann ich dann als angehender Elternblogger der Herzen posten, oder?

Hallo Ihr Lieben! Hier ist wieder Euer Hauptstadtlandvati. Also erstmal wollte ich Euch sagen, dass ich bald Urlaub habe. Und deswegen wollte ich fragen, ob jemand von Euch Lust hat, einen Urlaubspost bei mir zu veröffentlichen. Oder zwei? Thematisch kann es was mit Kindern sein. Oder mit Essen. Oder Beauty. Eigentlich müsst ihr nur schreiben können. Es reicht, wenn Ihr mir den Artikel kostenlos überlasst. Ich verlinke Euch dann auch. Aber Ihr müsst meinen Blog dann ebenso bei Euch teilen! Wenn Ihr nichts schreiben wollt: Vielleicht habt Ihr Ideen, worüber ich was schreiben kann? Vielleicht bastelt Ihr was und schickt mir schon mal Fotos und eine kurze Anleitung? Danke! <3 <3 <3 Und da ich Euch gerade an der Strippe habe, wäre es toll von Euch, wenn Ihr in Zukunft ein wenig mehr hier liken und teilen könnten? So könnt Ihr Euch alle besser gegenseitig sehen und es macht uns allen gute Gefühle und sieht auch im Mediakit besser aus. Und apropos Urlaub: Unsere Koffer sind ganz kaputt. Was außer Samsonite (huch, jetzt habe ich die doch aus Versehen auf Facebook markiert!) nimmt man denn da so? Wusstet Ihr eigentlich, dass Ihr mir PR-Samples einfach so zuschicken könnt?

Magic Cleaning?

Aber kommen wir zum Ernst des Lebens und dem Grund, warum ich die letzte Woche auf allen vieren durch die Wohnung kriechen musste: Meine AppleWatch ist weg. Und ich habe einen Tatverdächtigen. Der ist ein Jahr alt, sieht ziemlich unverdächtig aus und niemand kann ihm irgendwas übel nehmen. Aber er hat ein gefährliches Hobby: Wahllos Dinge wegwerfen. Zunächst mit der Hand so von unten wie ein Periskop auf dem Tisch rumangeln, zugreifen und dann in Windeseile in die Küche flitzen und im Mülleimer entsorgen. Egal was. Manchmal hat man Glück und hört kurz aus der Küche so ein leises Quieken. Dann kriegt er seine Hand nicht mehr aus dem Mülleimer, weil sie im Schwingdeckel festklemmt und man kann erst ihn befreien und dann Geschirr, Besteck und Sonnenbrille aus dem Mülleimer angeln. Doch diesmal war er besser. Meine Uhr ist weg und wenn ich ihn angucke und frage „Wo ist meine Uhr?“ guckt er zurück, wie ein süßes aber stummes Auto. Als ich drei Mal hintereinander fragte, schreckte er plötzlich auf, flitzte los und ich dachte noch „Gottseidank, jetzt bringt er sie!“, und dann legte er mir mit einem herzschmelzenden Lächeln eine Gurke in die Hand. Dinge, die wie von Zauberhand entsorgt werden: Ist das dieses Magic Cleaning?

Spinner-Gate

Aber okay. Weltliche Dinge. Sollte man sich ja eh von verabschieden, wenn man Kinder hat. Vielleicht als Ersatz für die Uhr wollte ich mir einen eigenen Fidget Spinner zulegen. Den gibt es für zwei Euro im Gemüseladen um die Ecke (sind eben gesund), wurde mir zugetragen. Und weil ein Kollege auch einen haben wollte, schmiedete ich einen tollen Plan: Ich hielt auf dem Heimweg mit dem Auto vor dem Gemüseladen, gab den großen Kindern fünf Euro und sagte „Bitte kauft meinem Kollegen und mir je einen Fidget Spinner. Sie kosten je zwei Euro, zusammen also vier Euro.“ Beide Kinder – hocherfreut ob der wichtigen Aufgabe – verschwanden im Laden. Fünf Minuten. Zehn Minuten. Plötzlich kam der Sohn raus und meinte, er würde noch zwei Euro brauchen. Aber das seien ja dann sieben Euro und es sollte doch nur vier Euro kosten, wendete ich ein. Jaja. Zwei Euro bitte. Wieder verschwand er. Weitere fünf Minuten später kamen beide Kinder glückstrahlend aus dem Laden. Die Tochter hatten einen metallic-Spinner und der Sohn einen in Batman-Form. Und ich keinen. Ja, wie das denn jetzt gelaufen sei und wo mein Spinner ist? Puh, ja. Die für zwei Euro hätte es leider nicht gegeben. Ich könne es ja ein anderes Mal probieren. Und wenn ich wolle, dürfe ich mir mal einen der anderen Spinner ausleihen oder den kaputten endlich reparieren. Das kann ich jetzt nämlich auch. Der Einkauf erinnerte mich übrigens sehr an der ersten Frühstücks-Bäckereinkauf der Tochter. Sie schlenderte stolz allein vorm Frühstück in die Landbäckerei und kam mit einem Schokodoughnut, einem Überraschungsei und einem Brötchen zurück. Ausgewogen!

Links: Was ich bei den Kindern bestellte. Rechts, was sie sich kauften.

Von fraumierau soll ich noch darauf hinweisen, dass es auch Holzspinner gibt. Ich habe das mal auf Etsy recherchiert und bin mir unsicher, ob man das bestellen sollte:

»Dieses Angebot gilt für Holz lebendige Farbe zappeln Decals
oder
Zappeln Sie Spinner Spielzeug mit lebendigen Farbe Holz Aufkleber drauf.

Will man Kauf Fidget Spinner erhalten Sie zappeln Spinner die man auf dem Foto.

Wenn Sie kaufen Aufkleber Sie erhalten:

2 – Aufkleber für Ihre Finger wohin
6-Aufkleber auf Ihre Lager Schilde gehen

Aufkleber passt standard Fidget Spinner wie die Spinner, die wir im Bild haben«

Elmo!

Wenn der Babysohn manchmal nachts nicht schlafen kann und die Nerven allgemein zu blank liegen, um irgendwas total pädagogisch wertvolles zu machen, gucke ich mit ihm heimlich Elmo-Musikvideos. Das habe ich mit allen Kindern gemacht und diese „Elmo singt“-Videos der amerikanischen Sesamstraße sind schon ein Knaller. Während wir so da sitzen und ich zu Elmo und Nora Jones und Alicia Keys mitsinge, fällt mir auf: Früher konnte ich Popsongs singen, jetzt nur noch zu Elmo. Aber immerhin: Da sind ja auch Popstars und vielleicht ist das ja dann auch ein wenig cool.

Kino oder Autowäsche?

Die fraumierau war ja mit dem Babysohn ein paar Tage weg und ich mit den großen Kindern allein. Als Vorzeigevater unternimmt man in dieser Zeit natürlich alles, was man sonst nicht macht, damit man danach als Superpapa dasteht und die Frau einen ein bisschen doof findet. Also kündigte ich mitten in der Woche an, dass wir jetzt gleich rausgehen und was tolles machen. Was denn was denn was denn, wurde ich gelöchert. Nein, verrate ich nicht. Lösung wäre gewesen: Ins Kino gehen! Aber was Kinder toll finden, erfährt man dann, wenn sie rätseln: In die Autowäsche? Ja? Fahren wir in die Autowäsche und dürfen wieder Staub saugen? Nachdem ich fürs Kino für einen Familienbesuch einen Staatskredit aufnehmen musste, weiß ich jetzt, was ich das nächste Mal mache: Für ein paar Euro durch die Waschstraße. Im Kino habe ich mich eh ein bisschen vor den Kindern blamiert, weil ich unbedingt, Essen und Getränke reinschmuggeln musste. Also genau genommen, habe ich einen Rucksack mit Essen gepackt und einem Kind auf den Rücken gesetzt, weil: Wer filzt schon Kinder? Die Quittung bekam ich dann während des Filmes, als ich mit einem Rucksack voller zermatschter Pflaumen dasaß. Ich habe den Film damit verbracht, den Rucksack mit Taschentüchern auszuwischen und mich zu fragen, wie es eigentlich früher war, als ich einfach Nachos mit Käsesauce kaufte, um mich hemmungslos vollzukleckern. Im Ergebnis dasselbe, aber Letzteres macht deutlich mehr Spaß.

Vor dem Kinobesuch habe ich noch euphemistisch für ein „Hier ein toller Elterntipp fürs Kino“-Post Getränk und essen fotografiert. Eine halbe Stunde später war alles im Rucksack zermanscht.

Witze. Niemals endende Witze.

Kennt Ihr, kennt Ihr, kennt Ihr? Witze und Kinder! Ha. Früher oder später erwischt es alle Eltern, wenn Kinder anfangen, Witze zu erzählen. Die Frage ist nur, was es auslöst. Hier hat die Kinder-Apotheken-Zeitung den Anfang gemacht und seit Tagen höre ich nur „Was ist der Unterschied zwischen einer Mutter und einem Silvesterknaller?“ … … „Ein Silvesterknaller kann einmal explodieren. Eine Mutter immer wieder“. Und dazu dann dieses „hihihi“-Kindergelächter, das sich jedes mal aufs Neue freut wie Bolle.  Ich find den Witz ja ein ganz klein wenig Rollenklischee-sexistisch. Aber es hätte definitiv schlimmer kommen können. Letztens waren wir mit einer Familie unterwegs, wo ich das Kind beknien musste, mir nicht noch einmal „Was ist grün und fliegt? … Gurkenmann!“ zu erzählen. Aaaah, diese Wortwitze. Der Untergang. (Ok, einen noch: Was ist schlecht gelaunt und liegt am Strand? … Eine Miesmuschel. Jetzt musstet Ihr doch kichern, oder?)

Hühühühü

Schlechte-Laune-Tiefpunkt war ein erboster Bericht am Abendessentisch, dass das Kind vom Spielen ausgeschlossen wurde. Warum denn das, fragt man dann unbedarft und erwartet die üblichen „der und der wollte bestimmen aber ich wollte dies und jenes machen und der war doof“ aber diesmal kam ein wirklich überraschender Grund: „Die wollten Pferd spielen und haben behauptet, ich könne nicht so gut wiehern!“. Kind bricht in Tränen aus und man selbst dreht sich schnell weg, weil man will ja ein guter Elter sein und nicht lachen, aber … puh… Ihr kennt diese Szene aus Monty Python, oder?

Ich war offiziell jedenfalls sehr empört, versicherte, dass ich selten besseres Gewieher gehört hätte und hoffe, ich bin nicht aufgeflogen.

Öhm.

Und dann bat mich fraumierau, für die Kinder doch „Washi“-Bänder zu bestellen. Musste ich erst googeln. Das sind so bunte Klebestreifen, die man zum Basteln nimmt. In einem großen Staatsakt habe ich die perfekten Bänder geordert. Mit Glitzer! Direktimport aus Fernost über Amazon.de. Als die nach drei Wochen endlich ankamen und ich sie den glücklichen Kindern gerecht austeilte, musste ich sie auch gleich wieder kurz konfiszieren und zumindest ein Band aus dem Verkehr ziehen. Bastelsachen und ich. Es passt einfach nicht.

fraumierau läuft jetzt leicht triumphierend durch die Wohnung und wird mir in zehn Jahren vorhalten, ich hätte den Kindern Hakenkreuz-Band bestellt. (Jaja, ist falschrum, dieser schlaue Kommentar muss nicht mehr gepostet werden, danke). Ich überlege, jetzt mit dem rosa Glitzerband zur Polizei zu gehen und zu gucken, was sie aus diesem Staatsakt machen. Wird das dann amtlich vernichtet? Die Kinder wollen auf jeden Fall mit zur Polizei. Bittebittebitte. Das ist dann auch billiger als ins Kino. Und wahrscheinlich spannender.

Bis zur nächsten Woche,

Euer Hauptstadtlandvati.

Nachdem ich letzte Woche hier über Instadads schrieb, ist mir übrigens eine lustige Coral-Instagram-Kampagne über den Weg gelaufen, die ich hier zusammengefasst habe.

Sehr viel gelesen und kommentiert wurde auch der Post über Gewalt gegen Kinder.

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Alte Montagspostings findet Ihr hier.

Kategorien: Montagspost

leitmedium

Parteiloser Postprivatier.

24 Kommentare

martina · 18. Juli 2017 um 8:59

Danke für diesen herrlichen Artikel.

Laura Dornheim · 18. Juli 2017 um 10:46

Was liegt am Strand und niemand verstehts??

Eine Nuschel!!!

Bittesehr, gern geschehen. 😉

Katja · 18. Juli 2017 um 10:49

Was liegt am Strand und hat einen Sprachfehler? Eine Nuschel.
Was ist weiß und steht hinterm Baum? Ein schüchternes Glas Milch

Mist, ich hatte echt lange Urlaub ?

Jully · 18. Juli 2017 um 11:53

Hallo

Nur kurz zum „Hackenkreuz“…das ist eine Swastika. Sieht man häufig in Indien. Das ist ein Glückssymbol. Jetzt konnte mal etwas besserwissern ?
Finde deine Artikel so supertoll!!

Katja May · 18. Juli 2017 um 12:24

super-spitzenklasse ! Mehr davon ! 🙂

Caro · 18. Juli 2017 um 12:40

Was ist schwarz – gelb gestreift und geht gern einkaufen?
Die Bummel! Haha… Wir bekommen jeden Abend zum Essen eine Vorstellung von allen 3en – sehr lustig.

Julia Unangespießt · 18. Juli 2017 um 13:41

Weißt du eigentlich, dass dieses Hakenkreuz in dieser gespiegelten Form ein feröstliches Symbol für Glück und Frieden und sich immerzu wiederholende Kommentare ist? Wieder was gelernt!

dasnuf · 18. Juli 2017 um 13:46

Pass auf! Hier! Kennste! Kennste? BESTER Witz!
Aber kurz. Ok?

Bereit?

Ja?

Ok!!!

„Ich bin betrunken“, Yoda

    leitmedium · 18. Juli 2017 um 13:54

    Ich verstehe den Witz nicht! /o\

    Maja Rae · 18. Juli 2017 um 14:20

    XDDD

    Den muss ich mir merken! 😀

    ankemaria · 18. Juli 2017 um 15:42

    Knaller!

Maja Rae · 18. Juli 2017 um 14:24

Wieder einmal ein wunderbarer Artikel! 😀
Das mit dem Wegwerfen von Dingen ist bei uns auch so eine Sache… Ich habe erst vor ein paar Tagen Ausstechförmchen aus dem Papiermüll gefischt. Und konnte grade noch verhindern, dass eine ganze Klorolle in der Toilette versenkt wird! ^^“

Danke, dass wir an eurem Alltag teilhaben dürfen! 🙂

Kathrin · 18. Juli 2017 um 15:24

Sitze im Büro und versuche zu verheimlichen das mir Tränen vor Lachen kommen…. in Glitzer…..brrrhhh….

Bei uns ist letzte Woche der ausgefalle Schneidezahn verloren gegangen, ich weiß nicht ob der Verlust der Apple-Watch nicht besser zu verkraften gewesen wäre.

ankemaria · 18. Juli 2017 um 15:47

bei mir ist es die Fernbedienung vom apple TV, auch wenn die beiden Verdächtigen sich nicht haben überführen lassen, ich bin mir sicher, dass sie im Mülleimer gelandet ist.. und nu kucke ich netflix auf dem iphone, blöder Mist!

und vor der Witze-Phase habe ich schon Angst! Stillen, Nicht-Durchschlafen, Trockenwerden – alles kein Ding, ich hab Nerven wie Drahtseile, aber die Witzephase hat mich schon bei meinem Patenkind echt fertig gemacht. Und das sehe ich nur alle paar Wochen…

Eine wundervolle Woche wünsche ich Dir!

Gewittertochter · 18. Juli 2017 um 16:09

Hihi, vielen Dank mal wieder für diesen heiteren Wochenbericht.

Von mir gibts auch noch einen:

Was ist gelb und kann nicht schwimmen?
….
Ein Bagger!
….
Und warum nicht?
….
Weil er nur einen Arm hat!

???

Kay · 18. Juli 2017 um 16:52

Was sitzt im Wald und winkt?

Ein Huhu 😉

Katrin · 18. Juli 2017 um 20:45

Den absoluten „Was sitzt wo und macht so?“- Rausch kann man sich mit diesem Buch geben:

http://www.klett-kinderbuch.de/index.php?id=427

Annette · 18. Juli 2017 um 21:43

Was ist unter der Erde und stinkt?

Eine Furzel!

Hihihi.

Steffen · 19. Juli 2017 um 6:22

Unser kleiner Recycler warnt uns wenigstens vor und verlässt unter stolzem „mül,mül,mül“ Rufen den Raum in Richung Küche…da bleibt immer ein wenig Reaktionszeit!

skyscraper · 19. Juli 2017 um 23:25

Gerade bin ich wirklich froh, schon im Bett zu liegen. Ich wäre sonst zusammengebrochen. Dass ich gerade 5 Min vor lachen geheult (oder gewiehert) habe, verschweige ich. Meinen Respekt fürs Ernst bleiben.

Turtle · 25. Juli 2017 um 10:13

Was ist weiß und stört beim Frühstück?
Eine Lawine.

Mein Bruder hat die noch erzählt nachdem er lange raus war aus der Pubertät!

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